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COVID Booster 2021

Jetzt boostern?

Während alte und junge Menschen in anderen Ländern sich schon eifrig die dritte Impfung holen, zögert die Schweiz, sie allen zu empfehlen. Dabei sind die Daten dafür inzwischen gut genug. Das wird zwar die Pandemie nicht beseitigen, aber es werden weniger Menschen schwer erkranken.

Eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 – der so genannte Booster – wird hierzulande bisher nur bestimmten Personen empfohlen: Menschen ab 65, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie jüngeren Menschen mit sehr hohem Erkrankungsrisiko. 

Geimpft wird mit Comirnaty® oder Spikevax® 6 Monate nach der Grundimpfung. Comirnaty® wird mit der gleichen Dosis gespritzt wie die ersten beiden Impfungen, Spikevax® mit der halben Dosis.

Möchte sich ein jüngerer Mensch ohne erhöhtes Covid-19-Risiko hierzulande einen Booster holen, wäre das eine Off-Label-Gabe. Off-Label bedeutet, dass eine Arznei ausserhalb («off») der Bestimmung («label») eingesetzt wird, für die es zugelassen ist. Bei einem Off-Label-Einsatz wäre für allfällige Impfschäden letztendlich der Arzt verantwortlich. Die Swissmedic hat den Booster hierzulande bisher nur für besonders gefährdete und immungeschwächte Personen zugelassen. 

Anders in Deutschland: Dort können sich alle Staatsangehörigen – also auch Auslandsdeutsche – boostern lassen und es wäre nicht Off-Label, wenn das auch jüngere Menschen ohne erhöhtes Risiko machen lassen würden. 

In den vergangen Wochen zeigten diverse Studien, dass der Impfschutz innerhalb eines halben Jahres bei allen Geimpften nachlässt. 

Ein Booster soll die Abwehr des Körpers nun wieder stark machen. Der Mechanismus dahinter: Je häufiger das Immunsystem mit Teilen des Virus in Kontakt kommt, desto mehr Antikörper und je mehr Immunzellen werden gebildet, die die Viren bekämpfen. 

Dass das funktioniert, haben inzwischen einige Studien gezeigt. Die umfangreichsten stammen aus Israel, wo schon seit Sommer geboostert wird. 

Besser geschützt mit dem Booster waren nicht nur ältere Senioren, sondern auch 40- bis 70-Jährige. Von den unter 40-Jährigen erkrankten so wenige schwer, dass keine Schlüsse zu ziehen waren.

Eine andere israelische Forschergruppe wies in einer noch nicht begutachteten Studie mit 4,6 Millionen Teilnehmern ab 16 Jahren nach, dass die Infektionsraten nach dem Booster in allen Altersgruppen im Schnitt zehnfach geringer sind 

Comirnaty®-Booster hatten in einer Studie aus Haifa noch einen weiteren Effekt: Dreifach Geimpfte, die sich infizierten, hatten einige Wochen lang deutlich weniger Viren im Nasen-Rachenraum Das reduziert die Wahrscheinlichkeit zumindest kurzfristig, andere anzustecken. 

Mit dem Booster werden wir die Pandemie damit zwar nicht auf einmal los. Aber es werden weniger Menschen schwer erkranken, was die Gesundheitssysteme extrem entlasten kann.

Während vielerorts die Impfgegner massiv demonstrieren, fordern Fachleute aus Göttingen eine «Impf-Offensive» (Ein schnelles und umfassendes Impfen und Boostern, so schreiben die Experten, scheine die wirksamste Methode, um die aktuelle Welle bald zu brechen und das Pandemiegeschehen nachhaltig zu kontrollieren. Zum starken Anstieg der Fallzahlen tragen vermutlich nicht nur die Ungeimpften bei, sondern auch die zweimal Geimpften, deren Schutz allmählich abklingt. Die Forscher beschreiben nun drei Szenarien, und wenn man diese liest, fragt man sich warum es noch Menschen gibt, die sich nicht impfen lassen wollen.

Die Zusammenfassung

  1. Szenario. Weiter so wie bisher. 
  2. Konsequenz: Die Wochennzidenz steigt auf viele hundert Infizierte je 100.000. Durch «natürliche» Infektion und vermehrtes Impfen werden zwar mehr Menschen immun gegen das Virus. Aber die Impfquoten werden vermutlich nicht ausreichen und das Gesundheitssystem würde überlastet werden.
  • Szenario: Wenn das Gesundheitssystems überlastet ist, kommen einschränkende Massnahmen hinzu
  • Konsequenz: Das Gesundheitssystem wird vermutlich und über längere Zeit ziemlich überlastet werden, weil so viele Menschen noch nicht geimpft sind, weil so viele Menschen schwer erkranken und lange im Spital behandelt werden müssen und weil die Infektionszahlen nur langsam sinken
  • Szenario: Mehr impfen und boostern
  • Konsequenz: Lässt sich jeder zweite boostern, lässt sich die Welle damit voraussichtlich berechen. Es werden sich immer weniger Menschen infizieren und weniger auf die Intensivstation müssen. Der Immunschutz ist dann hoch genug, um mit den AHA+A+L-Basismassnahmen – also Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Warn-App nutzen und Lüften, über den Winter zu kommen. Damit jeder zweite geboostert ist, müssten sich die Menschen womöglich aber schon vor Ablauf der 6 Monate zum dritten Mal impfen lassen

Eine andere Frage ist, ob wir Reichen uns alle boostern sollen, während viele arme Menschen noch nicht einmal eine Impfung erhalten haben. Ein neuer Bericht der Datenanalysefirma Airfinity zeigt aber Selbst wenn Japan, die USA, England, die Europäische Union und Kanada alle Menschen über 12 Jahren impfen und allen Booster anbieten würden, wären Ende des Jahres immer noch 1,2 Milliarden Impfdosen übrig.

Texte: Felicitas Witte

Fachlicher Beirat: Paul Scheidegger

Bilder: Valerie Scheidegger

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